Paris, 28. Dezember 1925

Amira und Morten

Schweigend erzählt Amira aus ihren Erinnerungen als sie Morten am 29. Januar 2010 bei einem Kaffee gegenüber saß.

Amira: „Wir saßen in einer großen Wanne…. Eine alte Wanne in einem Pariser Hotel aus den 20iger Jahren…. Das Licht war wie aus einem alten Gemälde auf uns gerichtet…. Dampf stieg aus der Wanne….Die kleinen Fenster waren beschlagen….Du hast mein Rücken mit einem Stück Seife gerieben….Mein Kopf lag auf meine angezogene Beine…ich schaute zum Fenster…. Du nahmst ein Krug in die Hand und begossest meinen Nacken mit warmen Wasser….

Ich stieg aus der Wanne, wickelte mir einen Handtuch um und knotete meine nassen Haare locker zu einem Zopf…Auf Zehenspitzen tippelte ich zum Fenster und wusch mit kreisenden, kleinen Bewegungen den Dampf vom Fenster…Die Pariser Dächer breiteten sich wie ein Teppich über die Stadt aus….Die blaue Stunde kündigt die Nacht an….Einzig die Lichter der Straßenlaternen und aus den Fenstern der Häuser, erhellen wärmend die anbrechende Dunkelheit“

Morten: ,,Wir sollten nach Hause gehen, es ist schon spät“

Sie gingen nach Hause und verbrachten wie gewohnt einen vertrauten Abend….

 

 

Merna-El-Mohasel-Morten-und-Amira

Skizze: Peter El-Mohasel

Text: Merna El-Mohasel