Meine Zeit, deine Zeit, unsere Zeit
Am Montag schrieb ich einem Freund eine SMS und fragte nach, da ich diese Woche einige Termine verschieben konnte, ob er Lust und Zeit hätte mit mir ein Kaffee zu trinken. Er könne sich sogar den Tag selbst aussuchen da er beruflich sehr eingespannt ist.
Kurz darauf bekam ich die freudige Nachricht, dass er sich sehr über die Einladung freut. Er habe am Mittwoch frei und nimmt sich gerne die Zeit auf ein Treffen mit mir, da er vieles zu erzählen habe. Wir fixierten den Mittwoch, 15:00 Uhr für unser Treffen.
Vergnüglich begab ich mich zum ausgemachten Treffpunkt und bestellte einen Espresso, da ich etwas früher dort war als Ausgemacht. Ein nettes Lokal mit freundlicher Bedienung, was nicht selbstverständlich ist in Wien. Die bunte Vielfalt an Menschen und das lebendige Treiben, vertrieb mir unterhaltsam die Wartezeit.
Ich mag es, vor einem Treffen etwas früher am Treffpunkt zu sein. Da kann ich in Ruhe ankommen, mich auf die Umgebung einlassen um mich ganz meinem Gegenüber zu widmen. Ich brauche diese Zeit des „Ankommen“um meine Wertschätzung nicht durch gestresstem Auftauchen und mit entschuldigenden Worten, die Begrüßung zu beginnen. Dies erlebe ich sehr oft bei Verabredungen. Bei mir hinterlässt es jedes mal einen faden Beigeschmack, denn unterschwellig schwingt so eine Art „Vorwurf“, dass ich seine/ihre Zeit berauben würde die sie/er für sich selbst bräuchte. Genauer betrachtet ist es jedoch so, dass unsere geplante gemeinsame Zeit beraubt wird.