Die Fratzen des Verrats

Er tritt in den unterschiedlichsten Formen auf. Liebreizend, entzückend, mit großen Kulleraugen, sanftmütig, voller Hingebung, als Bruder, als Freund, als Schwester oder als Liebender. Er stinkt nach faulem Blut, schmeckt nach rostigem Eisen und schmerzt langfristig ohne zu töten. Nein, töten kann er nicht. Zugegeben, er zerstört, aber töten, oh nein, dazu fehlt ihm der Mut. Er zeigt sich oft in schöner Hülle, in schmeichelnden Worten und tröstender Stimme. Mal leise. Mal laut. Das Beeindruckende am Verrat und dessen Träger ist der Irrglaube, unerkannt zu sein. Wie ein Narr sitzt er da und lächelt dich an. Ich höre ihm zu, lese seine Worte und wiege ihn in Sicherheit. Ich will dass er endlich sich traut. Traut sich preiszugeben. Aber nein, ihm fehlt der Mut. Oder es ist nicht seine Berufung den Dolch zu ziehen und zu zustoßen. Vielleicht aber gefällt ihm das Leid das er zuführt. Vielleicht ergötzt er sich daran unbemerkt zu sein. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass der Verrat und seine Träger mir immer treu zur Seite standen, mich begleitet haben bei Tag und bei Nacht. Diese Treue muss einfach belohnt werden, bei all dem Aufwand den er betreibt um mich zu unterhalten.

Und so gehen diese Zeilen an all die Träger des Verrats, als kleine Aufmerksamkeit, als Anerkennung für die verlässliche Treue, die vor meinen Augen enthüllt wird.